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Das Parkett ist hygroskopisch, d.h. es passt sich der Luftfeuchtigkeit an. Dies dauert allerdings viele Tage bis wenige Wochen. Wenn die Luft zu trocken ist, trocknet auch das Holz aus und es schrumpft. Es entstehen Fugen in den Längsseiten – jedoch nicht / kaum an den Stirnseiten. Bei höherer Luftfeuchtigkeit nimmt das Holz diese auf und es dehnt sich aus. Die Fugen schließen sich (zum Teil) wieder. Je nach Holzart ist die Reaktionszeit unterschiedlich. Buche reagiert schnell – Eiche langsam. Eine langsame Feuchtewechselzeit ist positiv.
Beim Arbeiten (Ausdehnen oder Schrumpfen) des Holzes entstehen und schließen sich nicht nur die Fugen, der Holzboden neigt dabei auch zu Verformungen. Je breiter und dünner das Parkett / die Diele ist, umso stärker sind die Verformungen (– der Anstieg der Verformung dürfte wohl eher quadratisch zur Breite des Stabes sein). Die Fugenbildung ist zur Breite des Parkettstabes direkt proportional. Um dieses Arbeiten zu minimieren, verwendet man idealerweise wenig arbeitende Holzarten wie z.B. Eiche oder Merbau.
Bei stark arbeitenden Holzarten wie Buche oder kanadischem Ahorn ist die Verwendung von Mehrschichtparkett (2- Schicht-Parkett, 3- Schicht-Parkett, Fertigparkett, Landhausdiele) eine sinnvolle Lösung, da durch die Verleimung das Arbeiten stark reduziert wird, wie man dies auch vom Furnier kennt. Da das Holz fast nur in der Breite, aber nicht in der Länge arbeitet und beim Mehrschichtparkett die untere Schicht senkrecht zur Deckschicht verleimt ist, heben sich die Kräfte zum Teil gegenseitig auf.
Die relative Luftfeuchtigkeit sollte ca. 50-60 % betragen. Dies ist im Winter ohne Luftbefeuchtung nicht zu erreichen. Die Luftfeuchtigkeit sollte auf keinen Fall dauerhaft unter 40 % betragen. Im Sommer ist eine Luftbefeuchtung nur in seltenen Fällen notwendig.
Eine Luftfeuchtigkeit von ca. 50 % sorgt nicht nur für ein gutes Klima Ihres Holzbodens, sondern ist auch gut für Ihre Musikinstrumente (diese müssen dann seltener gestimmt werden), für Möbel und Kunstwerke aus Holz und natürlich auch für Gesundheit und Wohlbefinden – für Ihre Atemwege und bei trockener oder empfindlicher Haut.
| Holzart | Mittleres Schwundverhalten² | Feuchtewechselzeit | Härte in Brinell | Dichte (kg/m³) | Laubhölzer |
|---|---|---|---|---|
| Europäischer Ahorn | 0,21 bzw. 0,26 | langsam | 30 | 640 |
| Kanadischer Ahorn | 0,27 bzw. 0,33 | mittel | 34 | 700 |
| Buche | 0,31 | schnell | 34 | 710 |
| Eiche | 0,26 | langsam | 34 | 710 |
| Esche | 0,30 | langsam | 38 | 700 |
| Kambala (Iroko) | 0,24 | langsam | 30 | 650 |
| Kirschbaum | 0,23 | mittel | 29 | 600 |
| Merbau | 0,20 | langsam | 40 | 800 |
| Nussbaum | 0,24 | langsam | 26 | 670 |
| Olive | 0,14 | mittel | 47 | 840 |
| Teak | 0,21 | langsam | 30 | 680 |
| Wengé (schwarzes Tropenholz) | 0,28 | langsam | 25 | 820 |
| Nadelhölzer | ||||
| Fichte | 0,29 | schnell | 12 | 460 |
| Kiefer | 0,28 | schnell | 19 | 520 |
| Lärche | 0,22 | mittel | 19 | 600 |
| Pitch Pine | 0,25 | mittel | 36 | 660 |
| Gras | ||||
| Bambus | 0,15 | langsam | 40 | 750 |
Wir weisen darauf hin, dass diese Werte je nach Holzcharge variieren können. Wichtig ist dabei, dass das mittlere Schwundverhalten in Kombination mit der Feuchtewechselzeit betrachtet werden muss.
Der Wert für Kirschbaum und Nussbaum ist leider etwas fragwürdig, da es sich nicht auf eine Herkunft bezieht. Weiterhin ist z.B. bei Ahorn typisch, dass dieser so zugeschnitten wird, dass eine schönere Struktur entsteht, dabei aber gleichzeitig ein maximales Arbeiten des Holzes bezweckt wird (zweiter Wert). Seit ca. 1990 wird meist der teurere, hellere und schöner gemaserte kanadische Ahorn verlegt.
Das theoretisch geringe Arbeiten der Olive hat sich für mich und viele andere Parkettbetriebe in der Realität nicht bestätigt. Bei der Olive mag die Fugenbildung durchaus gering sein, aber die Schüsselungen des Parketts (Verformungen) sind stark. Bambus ist ein Gras und arbeitet nicht nur in der Breite, sondern auch in der Länge, sodass auch größere Stirnfugen bei massiven Bambusböden entstehen.
Alle anderen Werte halte ich für zuverlässig. Es ist auch zu beachten, dass es neben dieser deutschen Tabelle auch noch Tabellen aus anderen Ländern gibt, die etwas abweichen.
Im Detail ist hier eine Beratung nötig.
Fugen entstehen bei zu niedriger Luftfeuchte, bzw. bei sehr alten Parkettböden, weil diese unter Umständen etwas zu feucht eingebaut wurden, da die Trocknungsmöglichkeiten der Parketthersteller damals schlechter waren.
Fugen können bei geklebten Böden mit Holzkitt gespachtelt werden.
Bei genagelten, geschraubten und schwimmend verlegten Holzböden ist ein auskitten der Fugen wegen der geringen Haltbarkeit nicht sinnvoll. Der Kitt ist eher porös und zerbröselt schnell, wenn beim Betreten eines Parkettstabes (einer Holzdiele) dieser z.B. einen Millimeter nachgibt, aber die angrenzenden Stäbe sich nicht bewegen. Ein Ausfugen mit Acryl wäre etwas elastischer, hat sich aber in der Praxis nicht bewährt.
Ein Ausfugen mit Spezialkitt (wie im Bad) ist einerseits sehr teuer, andererseits ist die Haftung wegen des alten Schmutzes in den Fugen auch nicht ausreichend. Dieses Vorgehen ist also auch kaum aussichtsreich, wenn man alle Fugen nicht perfekt sauberkratzt.
Bei alten Parkettböden und Dielen verleihen die Fugen und auch das typische Knarren dem Boden eine Authentizität. Ihr Boden ist nach dem Renovieren eine Antiquität mit Charme.
Ein Insektenbefall tritt in aller Regel erst bei einer Holzfeuchte von mindestens 15 % ein. Massives Parkett/Fußbodendielen werden mit einer Feuchtigkeit von 9 % (+/- 2 %) ausgeliefert (Fertigparkett 8 % / +- 2 %). Dieser Wert ist dem Klima eines bewohnten, beheizten Hauses angepasst. Es ist unrealistisch, dass bei normaler Nutzung 15 % Holzfeuchte erreicht werden.
In der Regel ist bei Insektenbefall davon auszugehen, dass es Feuchtigkeitsprobleme gibt oder früher gegeben hat: feuchte Wände, undichtes Dach, Fenster, Heizung, hohe Luftfeuchtigkeit im Bad/Küche usw.
Besonders anfällig sind Nadelhölzer für Schädlingsbefall.
Wir bekämpfen dies nicht chemisch: Wir tauschen stark beschädigte Stellen aus, nach Absprache auch größere Flächen. Auch hier gilt für uns: Einzelne Wurmlöcher verleihen dem alten Boden Authentizität und sind typisch für eine Antiquität.
Grundsätzlich bessern wir loses oder beschädigtes Parkett nach Absprache aus. Wir können auch bei alten Böden Parkett in Sondergrößen liefern (meist 3-4 Wochen Lieferzeit!). Es ist zu bedenken, dass Ihr alter Boden im Laufe der Zeit durch Oxidation und Licht eine Patina erhalten hat, die das neue Holz nicht hat. Je älter Ihr Boden ist, desto größer kann der Unterschied zum Bestand werden. Zu Bedenken ist auch, dass je nach Charge des Holzes Unterschiede entstehen. Die Qualität und Optik des Holzes hängen von der Wuchsgeschwindigkeit (Klima, Lichtverhältnisse) und Bodenqualität (Mineralisierung) ab. Bei manchen Holzarten wie Buche und Ahorn kommt hinzu, dass die Oberflächenbehandlung je nach Holzcharge eine unterschiedliche Anfeuerung (kräftigere Farbe durch Lack oder Öl) bezwecken kann. D.h. ein beim Reparieren farblich einheitlicher Buche-Boden kann nach dem Lackieren/Ölen Farbunterschiede zwischen alt und neu deutlich erkennen lassen. Ein reparierter Boden, der Farbunterschiede zwischen alt und neu erkennen lässt, kann nach dem Lackieren einheitlicher werden. Dies ist vom Parkettleger nicht steuerbar! Bei Fichte und Pitchpine-Böden können wir in kleinen Mengen Altholz zur Verfügung stellen, um Farbunterschiede zu minimieren. Dieses Reparaturholz passt farblich natürlich viel besser, ist aber weder farblich noch qualitativ perfekt.
Bei einer Besichtigung (Angebotserstellung) Ihres alten Fußbodens kann der Fachmann folgendes nicht erkennen:
Grundsätzlich muss der Kunde dem Handwerker folgendes mitteilen:
Weitere Pflichten des Kunden:
Die Estrichtrocknungszeiten der Hersteller beziehen sich auf normale klimatische Verhältnisse. Eine Trocknung dauert meist länger, da die Feuchtigkeit im Haus höher ist als erwünscht. Meist kommt die Feuchtigkeit außerdem von anderen Materialien (wie zum Beispiel Putz) noch hinzu. Da inzwischen alle Häuser sofort gedämmt werden und dies meist mit Styropor, welches sehr dicht ist, kann die Feuchtigkeit nicht mehr diffundieren, sondern nur durch Lüften entweichen (am besten 2-3maliges Stoßlüften pro Tag). Trocknungsbeschleuniger beschleunigen auch nur bei gutem Klima und funktionieren nicht bei sehr hoher Feuchtigkeit. Nur Schnellestriche (chemische Bindung des Wassers) sind zuverlässig.
Aufgrund der heutig üblichen sofortigen Wärmedämmung ist eine Trocknung des Estrichs meist nur mit Bautrocknern in angemessener Zeit zu erreichen!
Bautrockner funktionieren nur bei ausreichender Wärme (mindestens 18° C, besser wären 22° C). Allgemein sollte die Baustelle im Winter gut beheizt sein (auch ohne Bautrockner), da warme Luft mehr Wasser aufnimmt und beim Lüften somit eine größere Wassermenge entweicht. Ein zu früher Einsatz von Bautrocknern (Estrichleger und Verputzer fragen!) und eine zu große Hitze sollte vermieden werden. Die Bindemittel (Zement, Anhydrit) benötigen in der Anfangszeit Wasser, das chemisch gebunden wird. Ist in der Anfangsphase nicht ausreichend Wasser vorhanden, können Risse entstehen und die Qualität verschlechtert sich.
Für die Trocknung ist alleine der Bauherr verantwortlich.